Die ehrenamtlichen Frauen des Rathaus-Cafés in Merxheim freuen sich über die Nominierung für den Deutschen Nachbarschaftspreis 2026.
Ehrenamtliches Team schafft seit 2019 einen generationenübergreifenden Treffpunkt im historischen Rathaus
MERXHEIM (red). Das Rathaus-Café in Merxheim ist für den Deutschen Nachbarschaftspreis 2026 nominiert. Ob das ehrenamtlich getragene Projekt die Auszeichnung erhält, soll am 6. Oktober 2026 feststehen. Bereits die Nominierung würdigt das Engagement eines Teams, das seit Jahren Begegnung, Gemeinschaft und ehrenamtliches Engagement im Dorf miteinander verbindet. Was zunächst als Idee einiger Merxheimerinnen begann, hat sich zu einem festen Bestandteil des Dorflebens entwickelt.
1264 Kuchen für die Gemeinschaft
Das Konzept ist einfach und wirkungsvoll zugleich: Jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat öffnet das Café im historischen Rathaus seine Türen. Bei selbst gebackenem Kuchen, Kaffee und Getränken kommen Menschen unterschiedlichen Alters zusammen, um miteinander zu reden, Zeit zu verbringen und Kontakte zu pflegen.
Im Durchschnitt besuchen rund 60 Gäste die Nachmittage, im Sommer sind es häufig mehr. Auch Menschen aus den umliegenden Gemeinden sowie Wander- und Radgruppen machen Station in Merxheim. Getragen wird das Café vollständig vom Ehrenamt. Rund 50 Kuchenbäckerinnen aus dem Dorf haben seit der Gründung nach Angaben der Initiatorinnen insgesamt 1264 Kuchen gebacken – Stand April 2026. Ein etwa 20-köpfiges Helferteam übernimmt gemeinsam mit Elke Schmidt die Organisation rund um Kuchen, Küche und Service. Bei Veranstaltungen im Außenbereich unterstützen zudem die „Rüstigen Rentner“ aus dem Dorf beim Aufbau.
Für ältere Menschen ist das Rathaus-Café nicht nur ein geselliger Nachmittag. Die regelmäßigen Treffen bieten Gelegenheit, soziale Kontakte zu pflegen und Einsamkeit entgegenzuwirken. Gleichzeitig bringt das Café verschiedene Generationen zusammen und schafft Raum für Austausch und Begegnung.
Vom Kreppelcafé bis zur Wiederaufforstung
Das Engagement des Café-Teams beschränkt sich jedoch nicht nur auf Kaffee und Kuchen. Über das Jahr verteilt organisiert die Gruppe unterschiedliche Veranstaltungen, darunter Frühlingsfeste, ein Kreppelcafé mit Büttenreden, das Zwiebelkuchen-Café mit Federweißer und Nikolausaktionen.
Auch gemeinsame Projekte mit dem Kindergarten gehören dazu. Beim Schmücken des Weihnachtsbaums am Rathaus oder beim Öffnen der Adventsfenster entsteht ein Austausch zwischen den Generationen.
Darüber hinaus greift das Team gesellschaftlich relevante Themen auf. Informationsveranstaltungen zu Betrugsmaschen wie dem Enkeltrick oder zu Notfallversorgung sollen insbesondere ältere Menschen im Alltag unterstützen.
Die Einnahmen aus Kuchen, Kaffee und Getränken werden auf Spendenbasis erzielt. Das Geld fließt nach Angaben von Elke Schmidt vollständig in die Gemeinde zurück. Das Team entscheidet gemeinsam mit der Gemeinde über Anschaffungen und Projekte. Unterstützt wurden unter anderem die Bärenherz- und Soonwald Stiftung sowie der örtliche Kinderchor. Rund um das historische Rathaus kümmert sich das Team außerdem um saisonale Bepflanzungen.
Ein weiteres Projekt führt aus dem Ortskern in den Merxheimer Hochwald. Nach Schäden durch den Borkenkäfer engagiert sich das Café-Team für die Wiederaufforstung eines Teils des Gemeindewaldes. Für den 14. November 2026 ist gemeinsam mit dem Forstamt Bad Sobernheim eine Pflanzaktion geplant. Daran sollen möglichst viele Generationen, insbesondere auch Kinder und Jugendliche, beteiligt werden.
Am 6. Oktober wird sich entscheiden, ob die Initiative auch beim Deutschen Nachbarschaftspreis 2026 ausgezeichnet wird.
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