Herbert und Ingrid Wirzius (Mitte) und die Botschafter der Guten Taten beim Jubiläum. Foto: Armin Seibert
Dankesworte und beeindruckende Bilanz – Eheleute Wirzius unermüdlich aktiv
HENNWEILER. Ein rundum gelungenes Doppelgeburtstagsfest feierten der Förderverein Lützelsoon (30) und die Soonwaldstiftung (25 Jahre) in der Lützelsoonhalle in Hennweiler. Das Herz ist immer dabei, wenn es um die Kinderhilfswerke geht. So schmückten schmucke Dekherzen die Bühne bei der Jubiläumsfeier. Doch gewichtiger ist das Herzensanliegen, das die Vereins- und Stiftungsgründer mit ihrer Hilfe für Kinder in Not verbinden: Herbert und Ingrid Wirzius sind mit Herz und Seele seit über 50 Jahren aktiv, haben unzählige Ehrungen erfahren, machen dennoch unentwegt und nachhaltig weiter. Bestes Beispiel: Der Herzwald mit der Herzwaldhütte im Hennweilerer Gemeindewald.
Von Armin Seibert
Bei der Jubiläumsfeier war Initiator Herbert Wirzius (88) sichtlich Feuer und Flamme für sein jüngstes Projekt, berichtete stolz, dass ein vierjähriges Kind im Rollstuhl fleißig half, Bäume zu pflanzen im Wanderziel. „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“, soll Martin Luther gesagt haben. Das passt zur Weltanschauung der Eheleute Wirzius, die im „Rentenalter“ (was ist denn das?) stets noch nachhaltige Ziele verfolgen. Die Projekte tragen doch erst in Jahrzehnten Früchte wie die Eichen und Buchen im Herzwald. Diese selbstlose Hilfsbereitschaft, die Herbert und Ingrid Wirzius außer viel Lob und herzlichen (!) Dankesworten keine messbaren Vorteile einbringt, war die Quintessenz des Festabends mit über 300 Gästen. Die Frage „was habe ich davon, wenn ich helfe“ scheinen sich Ingrid und Herbert Wirzius nicht zu stellen und das beeindruckt Groß und Klein. Das überrascht selbst jene einst Todkranke, denen mit Rat und Tat geholfen wurde. Das beeindruckt überdies jene Helfer, Sponsoren und Botschafter, die ihr Engagement und auch das Spendengeld in besten Händen wissen.
Ein Jahres- „Umsatz“ von inzwischen über zwei Millionen Euro spricht Bände und die über 100 Hilfsfälle mit schwerkranken Kindern allein beim Förderverein, dazu unzählige Klein-Projekte etwa beim Hilfsfonds Kirner Land für Klassenfahrten, bei der Kulturloge für kostenlose Zirkuskarten oder globale Hilfsprojekte in Brasilien, Nepal oder Ruanda zeigen eindrucksvoll: „Es geht, man muss es nur wollen.“ Diese Lebensphilosophie von Herbert Wirzius, der das auch in seinen Lebenserinnerungen als Buchtitel festschrieb, zog sich als roter Faden durch die Geburtstagsfeier. „Supergut!“ So lautete mal wieder das Fazit des Gründers und kürzlich erneut gewählten Vorsitzenden des Fördervereins. Er freut sich zwar immer über Lob und Dank, betont doch stets die ehrenamtliche Komponente seines Tuns nach der Devise: Ich mach das gerne und irgendwann kommt alles zurück.






Zwei Millionen Umsatz und 100 Hilfsprojekte
Es war ein fröhlicher Auftakt gegen 18 Uhr mit dem Merxheimer Kinderchor, es gab viele bewegende Gruß- und Dankesworte unter anderem von Schirmfrau, Botschafterin und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, von Landrätin Bettina Dickes oder Chirurg, Botschafter und Kreuznacher Ehrenbürger André Borsche. Tiefgreifende Gespräche über neue Projektideen, Pläne und Vorhaben folgten mit Diskussionen bis 3 Uhr in der Nacht. Dann stand morgens um 9 schon wieder Halle-Aufräumen auf dem Wirzius-Dienstplan. Es lief mal wieder ab in Hennweiler, wie man es seit Jahrzehnten kennt. So wird es wohl erneut bei der 24-Stunden-Wanderung mit Start und Ziel an der Lützelsoonhalle am 19. Juni sein – zufällig 89. Geburtstag von Herbert Wirzius. Immer weiter, immer heiter.
Weil das alles gut geplant und strukturiert läuft, das Netzwerk mit kooperierenden Hilfsorganisationen wie der Bürkle-Stiftung größer wird, Vorstand und Kuratorium von Verein und Stiftung gut aufgestellt sind, kann die Devise ruhig „weiter so“ lauten. Darum bat Landrätin Bettina Dickes in ihrer Rede beim Geburtstagfest. Sie ist schon seit 20 Jahren mit Förderverein und Stiftung eng verbunden. Schön, dass Herbert Wirzius für weitere vier Jahre den Vorsitz übernommen hat, sagte Dickes und dankte im Namen des Landkreises für Hilfe in allen Lebenslagen. Mit Herz und Sele und hochmotiviert mit „Hunsrücker Hartnäckigkeit“ beschrieb Bundestagspräsidentin Julia Klöckner die Initiatoren von Verein und Stiftung, die die ganze Region motivieren, zu helfen, wenn die Instanzen nicht greifen und nichts geht. Klöckner: „Diese Hilfe spüren auch die Kinder und wissen, wir sind nicht allein!“
„Kontinuität und Verlässlichkeit – ja das zeichnet uns aus!“, sagte Herbert Wirzius in seiner Rede – und spannte den Bogen vom Start vor 55 Jahren mit dem Stammtisch „faule Sprüch“ über die Gegenwart bis in die Zukunft mit Hilfsfonds Kirner Land, Kulturloge, Mut tut gut und Herzwald. Mit einer neuen Imagebroschüre und moderner Homepage mit digitalem Spendenformular rüstet man fürs KI-Zeitalter, ohne die persönliche liebevolle Betreuung jedes einzelnen Schicksals aufzugeben. Den Spagat traut man sich zu, sagt Dr. Sandra Wirzius, die für das Silberjubiläum der Soonwaldstiftung als Mitbegründerin sprach. Sie stellte die Ferienwohnungen auf Schloss Wartenstein und Schloss Dhaun in den Fokus. Hier finden Familien kranker Kinder Ruhe, Zeit für Gemeinsamkeit auf Inseln der Kraft. Ihr Vater habe bei der Stiftungsgründung ein Kapital von einer Million Euro als Ziel formuliert – heute sind es schon über drei Millionen. Das ermöglicht auch Forschungsprojekte. Vor allem aber steht das Kind mit seinen Ängsten und seinen Träumen im Mittelpunkt.
Aus der Idee wurde eine Bewegung
Aus der Idee ist eine Bewegung geworden, sagte Dr. Wirzius-Viernow und dankte allen Helfern, den Botschaftern und dem medizinischen Beirat um Dr. Wenzel Nürnberger. „Die Herausforderungen werden nicht kleiner,“ weiß sie. Das wissen die über 1000 Förderverein-Mitglieder, das ahnen in diesen Tagen der Debatte über Änderungen im Gesundheitswesen mit Milliarden Euro Einsparpotenzial auch betroffene Familien mit schwerkranken Kindern. Wer wüsste es besser als die Bevölkerung im Kirner Land, wo Ärzte fehlen und das Krankenhaus auf der Kippe steht. Und doch kommt gerade von hier die ganz große Hilfe immer wieder, wenn der global als plastischer Chirurg auch im Ruhestand aktive Dr. Andre Borsche um Unterstützung bittet. Er beklagte beim Festabend die politische Ignoranz angesichts des Leids in Hunger- und Kriegsgebieten. Aber er macht Mut mit konkreten Hilfsfällen. Borsche kann jetzt auch in Bingen operieren, behandelt aktuell ein Kind aus Angola. Die Stiftung um Herbert Wirzius hilf ihm dabei finanziell – pragmatisch, engagiert, menschlich. Borsche in seiner unnachahmlichen fröhlichen Art: „Das ist doch richtig klasse!“
Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft werden geweckt, wenn zu Spenden aufgerufen wird: Da kommen ganz viele Klein- und Kleinstbeträge zu großen Summen zusammen. Oder auch mal spontan ein ansehnlicher Batzen. So spendete Kuratoriumsmitglied und Kyrburg-Eigner Dirk Möller kurzerhand für den Jubiläums-Stehtisch für jedes Jahr 100 Euro. Macht 5500 Euro. Weil bei der Versteigerung zuvor 1000 Euro geboten wurden, lässt Herbert Wirzius kurzerhand einen weiteren Tisch fabrizieren. Wer weiß, vielleicht wird das ja ein Renner für Gartenpartys. Mitunter gibt`s solche Selbstläufer. Beispiele: Echthaarperücken von Benny Engel oder der „Hochzeits-Bully“ von Sven Muser. Der erzählte, dass er seinen betagten VW-Bus zwei Jahre lang restaurierte („eine einzige Katastrophe“) und dann beschloss, ihn nicht nur rumstehen zu lassen. Die Frage, ob er ihn mal zu einer Hochzeitsfahrt ausleihen könnte, animierte ihn 2019 dazu, eine Benefizaktion für den Förderverein draus zu machen. 50 Hochzeiten wurden seither gefeiert – mit Kilometergeld für die Spendenbox. Gleiches Motto bei Lena Isenbruck vom REWE-Markt in Kirn und Bad Sobernheim. Rund 100 000 Euro kamen bislang durch die Pfandspenden-Aktion zusammen, bei der die Inhaber den Flaschenpfandbetrag stets aus eigener Tasche verdoppeln. Ein ansehnliches Sümmchen hat auch Botschafter Karl-Herrmann Gutheil mit seinen Führungen auf Schloss Dhaun gesammelt. In drei Jahren kamen so 8000 Euro zusammen.
Es gibt noch etliche weitere Erfolgsgeschichten mit open-End, über die wir in unserer Artikelserie über Förderverein und Stiftung im Jubiläumsjahr berichten. „Vom Brückenbau von Leuten, die helfen und Leuten, die Hilfe brauchen,“ wie Herbert Wirzius das Vereins- und Stiftungsziel gerne beschreibt.
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