Mattheiser Herbstkonzerte bringen internationale Klassik nach Bad Sobernheim
BAD SOBERNHEIM. Mit einer neuen Konzertreihe setzt der Förderkreis der Mattheiser Sommer-Akademie ein musikalisches Ausrufezeichen: Vom 1. bis 4. Oktober 2026 laden die Mattheiser Herbstkonzerte zu vier hochkarätigen Konzertabenden und einer besonderen Orgeltour ein. Internationale Solisten, erfahrene Dozenten der Mattheiser Sommer-Akademie und ehemalige Teilnehmer gestalten ein Programm, das klassische Meisterwerke mit der besonderen Atmosphäre Bad Sobernheims verbindet.
Die neue Konzertreihe versteht sich als Bindeglied zwischen den Sommer-Akademien und steht unter dem Motto „Musik im Dialog – zwischen Tradition und lebendiger Gegenwart“. Künstlerische Erfahrung und junge Talente begegnen sich dabei auf Augenhöhe. Gleichzeitig geben die Herbstkonzerte bereits einen Vorgeschmack auf die Mattheiser Sommer-Akademie 2027 und das bevorstehende Beethoven-Jahr. Zwei der vier Konzertabende widmen sich deshalb schwerpunktmäßig dem Werk des Bonner Komponisten.
Auftakt an der historischen Stumm-Orgel
Eröffnet werden die Herbstkonzerte am Donnerstag, 1. Oktober, um 20 Uhr in der Evangelischen Matthiaskirche. Dort spielt Udo Schneberger, künstlerischer Leiter der Mattheiser Sommer-Akademie, auf der historischen Johann-Michael-Stumm-Orgel. Mit diesem Instrument verbindet Schneberger eine jahrzehntelange Geschichte. Bereits 1988 rief er anlässlich des 250-jährigen Jubiläums der Orgel die Mattheiser Sommer-Akademie ins Leben. Heute zählt er zu den renommierten Organisten und Pianisten Europas und konzertiert regelmäßig an bedeutenden historischen Instrumenten in Europa und Japan.
Das Eröffnungskonzert führt musikalisch durch mehrere Jahrhunderte europäischer Orgelmusik. Auf dem Programm stehen Werke von Claudio Merulo, Girolamo Frescobaldi, Jan Pieterszoon Sweelinck, Samuel Scheidt, Johann Kuhnau und Jean-Adam Guilain. Der Eintritt ist frei; um Spenden wird gebeten.
Beethoven im Mittelpunkt
Am Freitag, 2. Oktober, gastiert um 20 Uhr der britische Pianist Ian Fountain im Kaisersaal. Unter dem Titel „Freiheit, die in die Tasten greift“ interpretiert er vier Sonaten Ludwig van Beethovens und zeichnet damit die Entwicklung des Komponisten über mehrere Schaffensperioden nach.
Zu hören sind die Sonate Nr. 12 As-Dur op. 26, die berühmte „Appassionata“ op. 57, die Sonate Nr. 22 F-Dur op. 54sowie die Sonate Nr. 28 A-Dur op. 101. Ian Fountain gehört zu den angesehensten Pianisten seiner Generation. Internationale Bekanntheit erlangte er bereits im Alter von 19 Jahren, als er als bis heute jüngster Gewinner den Arthur Rubinstein Piano Masters Competition in Tel Aviv gewann. Konzertreisen führten ihn unter anderem nach New York, Berlin, Paris, Madrid und Jerusalem. Seit vielen Jahren lehrt er als Professor an der Royal Academy of Music in London.
Kammermusik in ihrer reinsten Form
Der Samstagabend steht ganz im Zeichen des Streichtrios. Unter dem Titel „Mit Bedacht“ musizieren Johanna Müller(Violine), Hartmut Rohde (Viola) und Konstantin Heidrich (Violoncello). Das Streichtrio zählt zu den anspruchsvollsten Gattungen der Kammermusik. Ohne weitere Instrumente sind alle Stimmen gleichermaßen gefordert und treten in einen unmittelbaren musikalischen Dialog. Gerade diese Transparenz macht den besonderen Reiz dieser Besetzung aus.
Das Programm vereint Werke aus unterschiedlichen musikalischen Epochen und Stilrichtungen: Beethovens Streichtrio c-Moll op. 9 Nr. 3, Mieczysław Weinbergs Streichtrio op. 48, Richard Strauss‘ Variationen über ein bayerisches Volkslied sowie Franz Schuberts Streichtrio B-Dur D 581.
Mit Johanna Müller, Hartmut Rohde und Konstantin Heidrich stehen drei profilierte Kammermusiker auf der Bühne. Müller war unter anderem Stipendiatin der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker und stellvertretende Konzertmeisterin der Komischen Oper Berlin. Rohde zählt zu den führenden Bratschisten Europas und ist seit vielen Jahren eng mit der Mattheiser Sommer-Akademie verbunden. Heidrich prägt als Cellist des vielfach ausgezeichneten Fauré Quartetts die internationale Kammermusikszene.
"Farbe und Licht" zum Abschluss
Den Schlusspunkt der Konzertreihe setzt am Sonntag, 4. Oktober, das Konzert „Farbe und Licht“ im Kaisersaal.
Im Mittelpunkt stehen zwei Meisterwerke der romantischen Kammermusik: Gabriel Faurés Klavierquintett Nr. 1 d-Moll op. 89 und Antonín Dvořáks Klavierquintett Nr. 2 A-Dur op. 81. Während Dvořák mit folkloristischen Einflüssen, rhythmischer Energie und melodischer Vielfalt begeistert, entfaltet Fauré eine fein nuancierte französische Klangsprache.
Es musizieren Meesun Hong Coleman, Maria Tio, William Coleman, Jan Sekaci, Daria Tudor und Mateusz Duda. Der Konzertabend steht beispielhaft für das Konzept der Mattheiser Herbstkonzerte: Dozenten und ehemalige Akademieteilnehmer begegnen sich nicht als Lehrende und Lernende, sondern als gleichberechtigte Künstler auf der Bühne.
Orgeltour auf den Spuren der Familie Stumm
Neben den Konzertabenden gehört auch eine ganztägige Orgeltour am Samstag, 3. Oktober, zum Programm. Die Fahrt führt von Bad Sobernheim nach Weiler, Rhaunen, Sulzbach und schließlich zur Stiftskirche St. Castor in Karden.
Unter der Leitung von Udo Schneberger erhalten die Teilnehmer Einblicke in die Geschichte der berühmten Orgelbauerfamilie Stumm, deren Instrumente bis heute zu den bedeutendsten historischen Orgeln Deutschlands zählen. Konzertorganist Leonard Schick präsentiert die jeweiligen Instrumente in kurzen Vorführungen. Die Tour beginnt um 8.45 Uhr am Bahnhof Bad Sobernheim und endet dort gegen 18.30 Uhr. Der Fahrpreis beträgt 35 Euro und beinhaltet Busfahrt, Führungen und Orgelvorführungen. Das gemeinsame Mittagessen in Rhaunen ist nicht im Preis enthalten.
Karten für die Konzerte im Kaisersaal kosten im Vorverkauf 20 Euro, an der Abendkasse 25 Euro. Die Teilnahme an der Orgeltour kostet 35 Euro inklusive Busfahrt und Führungen. Tickets sind über die Tourist Information Bad Sobernheim sowie Ticket Regional erhältlich.
Weitere Informationen gibt es unter www.mattheiser.de. Anfragen können
außerdem per E-Mail an foerderkreis@mattheiser.de gerichtet werden.
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