Foto: Kurt Kaiser
Bustour auf den Spuren der Grafen von Spohnheim
Eintauchen in Regionalgeschichte von Hunsrück und Nahe
NAHE-HUNSRÜCK-MOSEL (red.) Burgen, Handelsstädte und die Spuren eines mächtigen Adelsgeschlechts: Am Sonntag, 4. Oktober 2026, geht es bei einer historischen Bustour durch den Hunsrück und das Naheland auf Entdeckungsreise. Die Landesvereinigung für ländliche Erwachsenenbildung in Rheinland-Pfalz (LEB) und der Freundeskreis der Burg Sponheim laden dazu ein, die Geschichte der Grafen von Sponheim an ihren einstigen Wirkungsstätten kennenzulernen.
Von Burgsponheim bis an die Mosel
Startpunkt der rund neunstündigen Exkursion ist um 9 Uhr in Burgsponheim. Hier lässt sich der Ursprung des Sponheimer Grafengeschlechts verorten: Um 1100 errichtete die Familie ihre Burg, später entwickelte sie sich zu einem der bedeutenden Adelsgeschlechter der Region. Entscheidend für den Aufstieg der Sponheimer war unter anderem die Verbindung von Meginhard von Sponheim und Mechthild von Mörsberg. Durch die Ehe gelangten der Grafentitel und umfangreicher Besitz im Hunsrück-Nahe-Raum an die Familie. Durch weitere Erbschaften und Lehen wuchs das Herrschaftsgebiet stetig – von der Kauzenburg bei Bad Kreuznach bis zu den Burgen rund um Trarbach und Enkirch an der Mosel.
Die erste Station der Bustour ist die Burg Dill, die als Wiege des Sponheimer Grafengeschlechts gilt. Anschließend führt die Route nach Kastellaun. Dort stehen die Überreste der einst mächtigen Burg und die örtliche Kirche auf dem Programm.
Kastellaun, Kirchberg und Birkenfeld
Weiter geht es nach Kirchberg, das aufgrund seiner Lage an zwei bedeutenden Handelswegen schon früh eine wichtige Rolle spielte. Die Stadt gilt zudem als eine der ältesten Siedlungen im Hunsrück. Einen Hinweis darauf liefert eine Erwähnung durch den römischen Beamten, Dichter und Reisenden Ausonius. Nach einer Mittagspause setzt der Bus seine Fahrt in Richtung Birkenfeld fort. Dort erinnern die Reste der Burg an die strategische Bedeutung des Ortes für die Sponheimer. Die Burg diente unter anderem der Sicherung der Grenze gegenüber Kurtrier – ein Gebiet, das immer wieder Schauplatz von Auseinandersetzungen war. Auch das Landesmuseum Birkenfeld ist Teil der Exkursion. Die dortigen Ausstellungen bieten Einblicke in die Regionalgeschichte und beleuchten unter anderem die besondere Geschichte des Fürstentums Birkenfeld. Dieses wurde 1817 im Zuge des Wiener Kongresses dem Großherzogtum Oldenburg zugeschlagen und lag anschließend als Exklave weit entfernt vom eigentlichen Staatsgebiet.
Eine außergewöhnliche Gräfin und ein spektakulärer Schluss
Nach Kaffee und Kuchen im Museumscafé wartet mit der Frauenburg ein weiterer Höhepunkt. Die Burg zwischen Birkenfeld und Idar-Oberstein war einst Witwensitz der Gräfin Loretta von Sponheim. Loretta ging als selbstbewusste und durchsetzungsstarke Adlige in die Geschichte ein. Als junge Witwe soll sie ihren Besitz gegen die Machtansprüche des Trierer Kurfürst-Erzbischofs Balduin von Trier verteidigt haben. Bei einer Fahrt auf der Mosel Richtung Mainz ließ sie ihn festsetzen und auf der Starkenburg bei Enkirch gefangen halten – eine außergewöhnliche Episode der mittelalterlichen Regionalgeschichte.
Gegen 18 Uhr soll die Bustour wieder in Burgsponheim enden.
Anmeldung bis 17. September
Begleitet wird die historische Reise von Michael Brzoska, einem zertifizierten Natur- und Landschaftsführer Hunsrück-Hochwald. Im Teilnehmerbeitrag enthalten sind die Busfahrt, Führungen an den verschiedenen Stationen sowie der Eintritt in das Landesmuseum Birkenfeld. Mittagessen und weitere Speisen und Getränke sind nicht im Preis enthalten.
Termin: Sonntag, 4. Oktober 2026
Abfahrt: 9 Uhr, Burgsponheim
Rückkehr: gegen 18 Uhr, Burgsponheim
Kosten: 40 Euro für Mitglieder des Freundeskreises der Burg Sponheim, 50 Euro für Gäste
Die Anmeldung ist bis zum 17. September 2026 möglich.
Online kann die Anmeldung über eveeno – Anmeldung zur Bustour erfolgen. Alternativ ist die LEB telefonisch unter 0671 / 79 61 22 68 oder per E-Mail an info@leb-rlp.de erreichbar.
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