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BAD SOBERNHEIM (red.) Im Rahmen einer Veranstaltung des Kulturforums Bad Sobernheim spricht der Historiker Dr. Martin Finkenberger am 27. Januar um 19:00 Uhr im Kulturhaus Synagoge Bad Sobernheim über das „Fußvolk der Endlösung“ und die Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen.
Am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz im Jahr 1945, findet im Kulturhaus Synagoge Bad Sobernheim ein historischer Vortrag statt. Während an diesem Gedenktag vielerorts der Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird, richtet die Veranstaltung den Blick bewusst auf eine andere, weniger bekannte Perspektive: auf die Täter, die als Teil der Wachmannschaften in Auschwitz dienten und den Lageralltag mittrugen.
Im Mittelpunkt steht Friedrich Stiwitz, 1910 in Sobernheim geboren. Für ihn wurde Auschwitz nicht nur zum Tatort, sondern auch zu einem prägenden Lebens- und Arbeitsort innerhalb seiner Berufsbiografie.
Der Vortrag zeichnet anhand der heute zugänglichen Quellen den Lebensweg von Friedrich Stiwitz und seiner Ehefrau nach, die er während seiner Zeit in Auschwitz kennenlernte. Darüber hinaus wird beleuchtet, wie schwierig es für Ermittler in der Nachkriegszeit war, individuelle Tatbeteiligungen nachzuweisen. Grundlage hierfür sind unter anderem Zeugenaussagen aus dem ersten Frankfurter Auschwitzprozess von 1963, die exemplarisch die Herausforderungen der juristischen Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen verdeutlichen.
Referent des Abends ist der Historiker Dr. Martin Finkenberger, der Politikwissenschaft und Neuere Geschichte studiert hat und heute in Bonn arbeitet.
Der Vortrag beginnt um 19 Uhr und endet gegen 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
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